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Propan oder Butan für den Gas-Pizzaofen – und warum Butan im Winter schwächelt

Für einen Gas-Pizzaofen im Freien ist Propan die sichere Wahl, sofern dein Gerät dafür zugelassen ist. Der Grund ist der Siedepunkt: Propan verdampft laut DGUV Regel 110-010 bis −42,1 °C, n-Butan nur bis −0,5 °C – unterhalb von etwa 5 °C liefert n-Butan kein Gas mehr. Beim Energiegehalt pro Kilogramm sind beide fast gleich.

von der Redaktion aktualisiert am 01. November 2026 5 Min. Lesezeit

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Die Antwort vorab

Nimm Propan, wenn dein Ofen es laut Typenschild erlaubt – das gilt für die meisten Gas-Pizzaöfen in Deutschland (Kategorie I3B/P, Butan G30 und Propan G31). Propan siedet bei −42,1 °C und liefert auch bei Frost Gas; mit n-Butan ist laut DGUV Regel 110-010 unter etwa 5 °C keine Gasentnahme möglich. Pro Kilogramm liefern beide fast dieselbe Energie.

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Die Antwort zuerst

Propan und Butan sind beide Flüssiggas: In der Flasche liegen sie flüssig unter Druck, beim Öffnen des Ventils verdampft ein Teil und strömt als Gas zum Brenner. Der entscheidende Unterschied ist die Temperatur, bis zu der das noch klappt. Für einen Pizzaofen, der von Frühjahr bis Herbst draußen steht, ist deshalb Propan die sichere Wahl – vorausgesetzt, das Typenschild deines Ofens nennt Propan (G31). Butan (G30) ist im Sommer kein Problem, ab einstelligen Temperaturen aber unzuverlässig.

Alle Stoffwerte auf dieser Seite stammen aus Anhang 1 der DGUV Regel 110-010 „Verwendung von Flüssiggas“. Die Regel gilt für die gewerbliche Verwendung; die physikalischen Werte von Propan und Butan sind aber dieselben wie in deinem Garten.

Propan und Butan im Vergleich

EigenschaftPropann-Butan
Siedepunkt bei 1,013 bar−42,1 °C−0,5 °C
Gasentnahme bei Kälteauch unter 0 °C möglichunter etwa 5 °C nicht möglich
Überdruck in der Flasche bei 20 °Cca. 7,35 barca. 1,09 bar
Überdruck bei 0 °Cca. 3,70 barca. 0,06 bar
Überdruck bei −10 °Cca. 2,42 barunter Atmosphärendruck
Brennwert (Hs)13,98 kWh/kg13,74 kWh/kg
Heizwert (Hi)12,87 kWh/kg12,69 kWh/kg
Dichte als Gas (Luft = 1)1,552,09
Gasart am GerätG31G30

Quelle der Stoffwerte: DGUV Regel 110-010, Anhang 1 (Tabelle „Eigenschaften der Flüssiggase“ und Dampfdruckdiagramm). Die Gasart-Kürzel G30 und G31 stehen so in den Anleitungen von Burnhard.

Warum Butan im Winter schwächelt

Ob Gas aus der Flasche kommt, hängt vom Dampfdruck ab. Liegt er über dem Luftdruck, drückt das verdampfte Gas durch Ventil und Druckminderer zum Brenner. Bei Propan ist das selbst bei −20 °C noch der Fall: Die DGUV-Tabelle nennt dort rund 1,4 bar Überdruck. Bei n-Butan fällt der Überdruck schon bei 0 °C auf fast null, bei −10 °C liegt der Dampfdruck unter dem Atmosphärendruck. Die DGUV Regel zieht daraus den Schluss: Mit n-Butan ist eine Gasentnahme unterhalb von etwa 5 °C Umgebungstemperatur nicht möglich, mit Propan auch unter 0 °C.

Im Alltag heißt das: Ein Abend im Oktober mit 6 °C kann mit Butan schon schwierig werden, ein Wintergrillen bei Frost klappt nur mit Propan. Laut DGUV Regel 110-010 kann man Flüssiggas im Handel auch mit unterschiedlichen Anteilen von Propan und Butan beziehen; handelsübliches Propan nach DIN 51622 besteht zu mindestens 95 % aus Propan und Propen. Wenn du im Herbst und Winter backen willst, achte beim Flaschentausch auf Propan.

Was dein Ofen verträgt: das Typenschild

Welches Gas erlaubt ist, steht auf dem Typenschild und in der Anleitung. Zwei Beispiele aus Herstellerunterlagen:

  • Burnhard TONY und FAT TONY: laut Bedienungsanleitung „Butan (G30) und Propan (G31)“, Geräteklasse I3B/P(50), Ausgangsdruck 50 mbar für Deutschland und Österreich. Du kannst also beide Gase am mitgelieferten 50-mbar-Regler nutzen.
  • Ooni Koda 16: Ooni verkauft ihn in drei Druckvarianten. Laut Produktseite sind die Modelle mit 37 und 50 mbar für Propan optimiert, das 30-mbar-Modell für Butan. Die Anleitung nennt für die 50-mbar-Version ebenfalls die Kategorie I3B/P(50).

Steht auf deinem Gerät nur eine Gasart, nimmst du genau diese. Den Druckminderer wählst du nach dem Druck auf dem Typenschild, nicht nach dem Gas – mehr dazu unter 30 oder 50 mbar? und Druckminderer und Gasschlauch.

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Warum hier: Beispiel für einen Ofen, der beides kann: Butan G30 und Propan G31 laut Burnhard, Kategorie I3B/P(50), 50-mbar-Druckminderer mit Schlauch im Lieferumfang.

Pizza bis
Ø 29 cm
Leistung
5,9 kW (L-Gussbrenner)
Gas bei Volllast
429 g/h (Anleitung)
Drehstein
nein
Temperatur
bis 500 °C, mit Hitzeschild über 650 °C (Hersteller)
Gasanschluss
50 mbar, Druckminderer + Schlauch dabei

Ideal für: Alle, die einen hochwertig verarbeiteten, kompakten Ofen für Pizzen bis 29 cm suchen und wenig Stellfläche haben.

  • L-förmiger Gussbrenner mit 5,9 kW: Hitze von hinten und von der Seite
  • Dicker Cordierit-Stein (1,5 cm) speichert Hitze für mehrere Pizzen am Stück
  • Kompakt: 14,5 kg, Stellfläche 58,5 × 47,7 cm laut burnhard.com
  • 50-mbar-Druckminderer mit Schlauch im Lieferumfang
  • Pizzen nur bis 29 cm – für Familienpizzen zu klein
  • Kein Drehstein: Die Pizza wird mit dem Schieber einmal gewendet
  • Hitzeschild für die höchste Temperatur ist Zubehör

Verbrauch: fast kein Unterschied

Pro Kilogramm liefern beide Gase fast dieselbe Energie: Propan 13,98 kWh, n-Butan 13,74 kWh (Brennwert, DGUV Regel 110-010). Eine 5-kg-Flasche reicht deshalb mit beiden Gasen etwa gleich lange. Deshalb nennen manche Hersteller für Butan einen etwas höheren Verbrauch: Lidl gibt für seinen Grillmeister-Ofen mit 4 kW 291 g/h mit Butan und 286 g/h mit Propan an. Fehlt ein g/h-Wert, rechnen wir mit dem Brennwert von Propan, denn darauf beziehen sich die kW-Angaben der Hersteller: Leistung in kW geteilt durch 13,98 ergibt Kilogramm pro Stunde bei voller Flamme. Den Heizwert (12,87 kWh/kg) verwenden wir dafür nicht, er ergäbe rund 9 % zu viel. Rechenweg, Tabelle und Laufzeiten stehen unter Gasverbrauch und Gasflasche. Welche Flaschengröße zu deinem Ofen passt, klärt die richtige Gasflasche.

Schwerer als Luft: was das für die Lagerung heißt

Beide Gase sind schwerer als Luft – Propan rund 1,55-mal, n-Butan rund 2,09-mal so schwer. Die DGUV Regel beschreibt Flüssiggas deshalb als Gas, das zu Boden sinken und wie eine Flüssigkeit zur tiefsten Stelle fließen kann. Ausströmendes Gas sammelt sich also in Senken, Kellerschächten und Abflüssen. Ein Geruchsstoff ist zugesetzt, damit du ein Leck riechst.

Praxistipps für die kalte Jahreszeit

  • Flasche nicht anwärmen. Die DGUV Regel warnt, dass starkes Erwärmen zu Gasaustritt aus dem Sicherheitsventil oder zum Bersten führen kann. Heizstrahler, Ofen oder Feuer gehören nicht an die Flasche.
  • Propan auch bei Frost: Bei −10 °C liegt der Flaschendruck von Propan noch bei rund 2,4 bar – genug für den Druckminderer.
  • Wenig Flamme trotz voller Flasche? Bei Butan und Kälte ist das typisch. Wechsle auf Propan, statt am Regler oder an der Düse etwas zu verändern.

Einen Ofen für Garten und Terrasse, der zu deinem Platz passt, findest du unter kleine und tragbare Gas-Pizzaöfen; alle Empfehlungen stehen auf der Startseite.

Nachgefragt

Kann ich meinen Gas-Pizzaofen mit Butan betreiben?

Wenn das Typenschild Butan (G30) nennt, ja. Viele Öfen sind wie Burnhard TONY und FAT TONY für Butan G30 und Propan G31 ausgelegt, Gerätekategorie I3B/P(50). Im Sommer funktioniert Butan, bei Kälte nicht: Laut DGUV Regel 110-010 ist mit n-Butan unterhalb von etwa 5 °C keine Gasentnahme möglich. Für Herbst und Winter nimmst du Propan.

Ab welcher Temperatur funktioniert Butan nicht mehr?

n-Butan siedet laut DGUV Regel 110-010 bei −0,5 °C unter Atmosphärendruck. Die Regel folgert daraus, dass unterhalb von etwa 5 °C Umgebungstemperatur keine Gasentnahme mit n-Butan möglich ist. Bei −10 °C liegt sein Dampfdruck laut der Tabelle im Anhang schon unter dem Atmosphärendruck – aus der Flasche kommt dann nichts mehr.

Brauche ich für Propan und Butan einen anderen Druckminderer?

Nicht unbedingt. Entscheidend ist der Druck auf dem Typenschild deines Ofens, in Deutschland meist 50 mbar. Geräte der Kategorie I3B/P(50) laufen laut Herstelleranleitungen mit Butan, Propan oder einer Mischung am selben 50-mbar-Regler. Es gibt aber Geräte, die für einen bestimmten Druck und ein bestimmtes Gas optimiert sind – Ooni etwa nennt beim Koda 16 die 30-mbar-Version für Butan.

Verbraucht ein Pizzaofen mit Butan mehr Gas als mit Propan?

Kaum. Laut DGUV Regel 110-010 liefert Propan 13,98 kWh pro Kilogramm (Brennwert), n-Butan 13,74 kWh; beim Heizwert sind es 12,87 und 12,69 kWh. Der Unterschied liegt bei rund 1,5 %. Eine Flasche mit gleicher Füllmenge in Kilogramm reicht also etwa gleich lange. Wie du die Laufzeit rechnest, steht auf unserer Seite zu Gasverbrauch und Gasflasche.

Belege

  1. DGUV Regel 110-010 „Verwendung von Flüssiggas“ (Siedepunkte, Dampfdruck, Brennwert, Heizwert, Dichteverhältnis; Anhang 1)
  2. Lidl: GRILLMEISTER Gas-Pizzaofen Set (Produktseite, Verbrauch mit Propan und Butan)
  3. Burnhard: Bedienungsanleitung TONY (945615, Technische Daten: Gasart, Geräteklasse)
  4. Burnhard: TONY Gas-Pizzaofen, Produktseite (Butan G30 und Propan G31)
  5. Ooni: Koda 16, Produktseite (Druckvarianten für Propan und Butan)
  6. Stadt Köln, Feuerwehr: Grillen auf Balkonen und Terrassen

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Wir sind die Redaktion von pizzaofen-gas.de. Wir lesen Herstellerseiten, Bedienungsanleitungen und Regelwerke wie die DGUV Regel 110-010, rechnen Flaschenlaufzeiten aus den Verbrauchsangaben der Hersteller nach und vergleichen die Öfen Wert für Wert. Eigene Labor- oder Praxistests machen wir nicht – das sagen wir offen.

  • kW, mbar & Zoll aus Herstellerquellen
  • Gasverbrauch laut Hersteller in g/h
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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